Warum du dich nach etwas oder jemandem sehnst, das du nicht benennen kannst

Vielleicht kennst du diese Sehnsucht schon sehr lange.

Du kannst nicht genau sagen, wonach du dich sehnst. Du weißt nicht, ob dir etwas fehlt oder ob du jemanden vermisst. Und trotzdem ist da dieses innere Ziehen.

Manchmal ist es nur leise im Hintergrund. An anderen Tagen wird es stärker. Dann spürst du, dass in dir etwas nach einer Verbindung, einem Menschen, einem Ort oder einem Gefühl sucht, das du mit deinem Verstand nicht greifen kannst.

Vielleicht hast du versucht, Worte dafür zu finden.

Du möchtest endlich ankommen.

Du möchtest dich vollständig verbunden fühlen.

Du möchtest nach Hause.

Du möchtest jemanden wiederfinden.

Du möchtest etwas erleben, von dem du nicht einmal sicher weißt, ob du es jemals erlebt hast.

Dein Leben kann gleichzeitig erfüllt sein. Du kannst Menschen lieben, Beziehungen führen, beruflich deinen Weg gehen und vieles haben, wofür du dankbar bist.

Die Sehnsucht ist trotzdem da.

Nicht unbedingt, weil dein heutiges Leben falsch ist.

Vielleicht liegt ihr Ursprung tiefer.

Was ist eine unerklärliche Sehnsucht?

Bei einer unerklärlichen Sehnsucht ist die innere Bewegung deutlich spürbar, aber ihr Ziel bleibt unklar.

Du weißt, dass du dich nach etwas sehnst. Du kannst jedoch nicht eindeutig sagen, was dieses Etwas ist.

Es ist nicht nur der Wunsch nach einer neuen Beziehung, einer anderen Arbeit oder einem schöneren Zuhause. Selbst wenn sich im Außen etwas verändert, bleibt die Sehnsucht häufig bestehen.

Manchmal richtet sie sich scheinbar auf einen Menschen.

Du begegnest jemandem und spürst sofort eine ungewöhnliche Nähe. Etwas in dir scheint diesen Menschen bereits zu kennen. Die Verbindung fühlt sich vertraut, tief oder beinahe zeitlos an, obwohl ihr euch gerade erst kennengelernt habt.

In anderen Momenten richtet sich die Sehnsucht auf keinen bestimmten Menschen. Dann fühlt sie sich eher wie die Suche nach einem Zuhause, einer verlorenen Nähe oder einem Teil des eigenen Lebens an.

Die Sehnsucht hat eine Richtung.

Aber sie hat noch keinen Namen.

Sehnst du dich nach etwas oder nach jemandem?

Nicht immer lässt sich unterscheiden, ob eine Sehnsucht auf etwas oder auf jemanden gerichtet ist.

Die Sehnsucht nach etwas kann sich beispielsweise zeigen als:

* das Gefühl, noch nicht am richtigen Platz zu sein,

* die Suche nach einer tieferen Aufgabe,

* der Wunsch, endlich vollständig anzukommen,

* das Empfinden, dass dem eigenen Leben eine entscheidende Ebene fehlt,

* oder die Ahnung, dass es noch etwas gibt, das bisher nicht sichtbar geworden ist.

Die Sehnsucht nach jemandem kann sich anders anfühlen:

* Du vermisst jemanden, den du nicht bewusst kennst.

* Du suchst in anderen Menschen nach einer bestimmten Form von Nähe.

* Du spürst bei einzelnen Begegnungen sofort eine außergewöhnliche Vertrautheit.

* Du hast das Gefühl, auf jemanden zu warten.

* Du möchtest von einem Menschen auf eine Weise erkannt werden, die weit über Worte hinausgeht.

* Du trägst die Vorstellung in dir, dass es irgendwo jemanden geben muss, bei dem du dich vollständig zu Hause fühlst.

Manchmal wechseln diese beiden Bewegungen einander ab.

Dann suchst du zunächst nach einem anderen Ort, einer neuen Aufgabe oder einer Veränderung. Sobald du etwas davon gefunden hast, merkst du, dass deine Sehnsucht damit nicht gemeint war.

Oder du glaubst, einen bestimmten Menschen gesucht zu haben. Doch selbst in einer tiefen Verbindung bleibt etwas in dir unberührt.

Das kann verwirrend sein.

Denn wenn weder etwas noch jemand im Außen diese Sehnsucht dauerhaft erreicht, stellt sich irgendwann die Frage: Wonach suche ich eigentlich?

Wenn du jemanden vermisst, den du nicht kennst

Einen Menschen zu vermissen, den du bewusst kennst, ist verständlich. Ihr habt gemeinsame Erinnerungen. Du weißt, was euch verbunden hat und warum dieser Mensch in deinem Leben fehlt.

Doch wie lässt sich das Gefühl erklären, jemanden zu vermissen, für den es keine bewusste Erinnerung gibt?

Vielleicht begleitet dich schon seit deiner Kindheit die Empfindung, dass jemand fehlt. Du konntest nie sagen, wer es ist. Es gab möglicherweise keinen sichtbaren Verlust, der diese Sehnsucht erklärt hätte.

Und trotzdem fühlt sich das Vermissen real an.

Vielleicht hast du sogar ein inneres Bild, ein bestimmtes Gefühl oder eine Vorstellung von dieser Verbindung. Möglicherweise träumst du von einem Menschen, dessen Gesicht du nicht deutlich erkennst. Oder du spürst in bestimmten Situationen plötzlich eine Traurigkeit, die du deinem gegenwärtigen Leben nicht zuordnen kannst.

Das bedeutet nicht automatisch, dass es diesen Menschen in einer bestimmten Form gegeben haben muss.

Es bedeutet zunächst nur, dass deine Wahrnehmung da ist.

Du musst sie weder sofort erklären noch abwerten.

Warum die Sehnsucht in Beziehungen besonders sichtbar werden kann

Eine unerklärliche Sehnsucht zeigt sich häufig in Beziehungen, weil dort unser Wunsch nach Verbindung unmittelbar berührt wird.

Vielleicht öffnest du dich sehr tief und sehr schnell. Du möchtest nicht nur einen Teil des anderen Menschen kennenlernen. Du möchtest ihn vollständig fühlen, verstehen und erkennen.

Oberflächlicher Kontakt reicht dir nicht.

Wenn eine Beziehung diese Tiefe nicht erreicht, kannst du dich allein fühlen, obwohl jemand neben dir ist. Du weißt vielleicht, dass dieser Mensch dich liebt. Trotzdem bleibt in dir eine Suche nach einer Verbindung, die noch tiefer gehen soll.

Es kann auch geschehen, dass du einen Menschen innerlich mit einer Bedeutung verbindest, die er im gemeinsamen Alltag nicht tragen kann. Etwas in dir hofft, durch ihn endlich anzukommen. Wenn er Abstand braucht, sich verändert oder deine Intensität nicht erwidert, wird nicht nur die heutige Enttäuschung berührt.

Es kann sich anfühlen, als würdest du jemanden erneut verlieren.

Umgekehrt ist auch Rückzug möglich. Du sehnst dich nach einer tiefen Verbindung und wirst gleichzeitig unruhig, sobald ein Mensch dir wirklich nahekommt. Ein Teil von dir möchte bleiben. Ein anderer Teil schützt sich vor der Möglichkeit eines neuen Verlustes.

Diese Bewegungen können viele Ursachen haben. Eine heutige Beziehung kann sie sichtbar machen, ohne ihr ursprünglicher Auslöser zu sein.

Warum ein neuer Mensch die alte Sehnsucht nicht dauerhaft stillen kann

Wenn du glaubst, endlich den Menschen gefunden zu haben, nach dem du gesucht hast, kann die erste Verbindung überwältigend sein.

Du fühlst dich gesehen.

Du fühlst dich erkannt.

Du fühlst dich angekommen.

Vielleicht scheint plötzlich alles einen Sinn zu ergeben.

Doch kein heutiger Mensch kann die Verantwortung dafür übernehmen, eine Sehnsucht zu erfüllen, deren Ursprung möglicherweise viel älter ist als eure Begegnung.

Das bedeutet nicht, dass die Liebe zwischen euch weniger wahr ist. Es bedeutet auch nicht, dass du niemandem tief vertrauen sollst.

Es bedeutet, dass ein Mensch im Außen nicht dauerhaft einen inneren Platz ausfüllen kann, der zu deiner eigenen Geschichte gehört.

Wenn du von ihm unbewusst erwartest, dass er dieses Gefühl für dich beendet, kann die Beziehung unter einer Aufgabe stehen, die sie nicht erfüllen kann.

Die Sehnsucht verschwindet möglicherweise nicht dadurch, dass du den richtigen Menschen findest.

Vielleicht verändert sie sich, wenn du erkennst, wen oder was du in ihm gesucht hast.

Wenn die Sehnsucht nach Heimat ruft

Manche Frauen beschreiben ihre Sehnsucht nicht als Suche nach einem Menschen, sondern als Wunsch, nach Hause zu kommen.

Dabei meinen sie nicht unbedingt einen konkreten Wohnort.

Sie können in der Stadt leben, die sie mögen. Sie können ein Zuhause geschaffen haben, in dem sie sich wohlfühlen. Und trotzdem gibt es in ihnen die Vorstellung von einem anderen Zuhause.

Dieses Zuhause ist weniger ein Ort als ein Gefühl.

Vollständig sicher sein.

Nichts erklären müssen.

Ganz erkannt werden.

Mit jemandem verbunden sein, ohne um diese Verbindung kämpfen zu müssen.

Da sein dürfen, ohne sich anzupassen.

Vielleicht suchst du dieses Gefühl an unterschiedlichen Orten. Du reist, ziehst um, veränderst deine Räume oder fühlst dich zu bestimmten Ländern und Landschaften hingezogen.

Solche Bewegungen können wichtige Teile deines Weges sein.

Doch manchmal liegt das gesuchte Zuhause nicht ausschließlich an einem Ort im Außen. Vielleicht erinnert sich etwas in dir an eine Form von Verbindung, die vor deiner bewussten Lebensgeschichte begonnen hat.

Kann die Sehnsucht mit pränatalen Erfahrungen zusammenhängen?

Unsere Lebensgeschichte beginnt nicht erst mit dem ersten Atemzug.

Auch die Zeit im Mutterleib gehört zu unserem Leben. Dort entwickeln wir uns in Verbindung mit dem Körper unserer Mutter. Dort erleben wir Raum, Bewegung, Geräusche und körperliche Veränderungen.

Manche Schwangerschaften beginnen außerdem nicht mit einem einzigen Embryo. Es können zwei oder mehrere Embryonen angelegt sein, von denen sich nicht alle bis zur Geburt weiterentwickeln.

Ein solcher früher Verlust kann bekannt sein. Er kann aber auch zu einem Zeitpunkt geschehen, an dem die Schwangerschaft selbst oder die ursprüngliche Mehrlingsanlage noch nicht erkannt wurde.

Ein Mensch, der nach einem solchen Verlust allein geboren wird, wird häufig als alleingeborener Zwilling oder alleingeborener Mehrling bezeichnet.

Manche Alleingeborene berichten später, dass sie ihr Leben lang jemanden gesucht haben. Sie beschreiben eine Sehnsucht nach einer außergewöhnlich tiefen Verbindung, das Gefühl, für zwei oder mehr zu leben, oder ein Vermissen ohne bewusste Erinnerung.

Das bedeutet nicht, dass jede unerklärliche Sehnsucht durch einen verlorenen Zwilling oder Mehrling entstanden ist.

Es bedeutet lediglich, dass eine frühe Verbindung eine mögliche Ebene deiner Geschichte sein kann.

Alleingeborener Zwilling – warum viele Seelen eine unerklärliche Sehnsucht in sich tragen

Nicht jede Sehnsucht führt zu einem verlorenen Zwilling

Es ist mir wichtig, diesen Unterschied klar zu benennen.

Eine unerklärliche Sehnsucht ist kein Beweis für eine ursprüngliche Mehrlingsschwangerschaft. Sie ist auch kein eindeutiges Anzeichen dafür, dass du im Mutterleib jemanden verloren hast.

Sehnsucht kann aus unterschiedlichen Erfahrungen entstehen.

Sie kann mit deiner heutigen Lebenssituation, deiner Kindheit, früheren Beziehungen, Verlusten oder einem fehlenden Gefühl von Zugehörigkeit verbunden sein. Sie kann dich auf einen noch ungelebten Teil deines eigenen Lebens aufmerksam machen.

Und sie kann möglicherweise in eine Zeit führen, an die dein Kopf keine bewusste Erinnerung besitzt.

Deshalb lege ich keine Erklärung über deine Wahrnehmung.

In meinen Räumen suchen wir nicht nach einem bestimmten Ergebnis. Wir folgen dem, was sich aus dir heraus zeigt.

Die Sehnsucht nicht bekämpfen, sondern kennenlernen

Vielleicht hast du bisher versucht, deine Sehnsucht loszuwerden.

Du wolltest weniger intensiv fühlen. Weniger suchen. Weniger hoffen. Du wolltest zufrieden sein mit dem, was da ist.

Doch möglicherweise muss deine Sehnsucht nicht bekämpft werden.

Vielleicht darf sie zunächst gehört werden.

Du kannst dich fragen:

Wonach suche ich immer wieder?

Wann wird die Sehnsucht besonders stark?

Fühlt sie sich eher nach etwas oder nach jemandem an?

Was erhoffe ich mir von einem Menschen, wenn ich mich außergewöhnlich tief mit ihm verbunden fühle?

Wonach sehne ich mich, wenn ich von Zuhause spreche?

Kenne ich dieses Gefühl erst aus meinem heutigen Leben oder scheint es mich schon immer zu begleiten?

Diese Fragen sind kein Test.

Sie sollen dir nicht sagen, was mit dir geschehen ist. Sie können dir helfen, genauer wahrzunehmen, welche Bewegung in deiner Sehnsucht liegt.

Vielleicht trägt sie Trauer.

Vielleicht trägt sie Liebe.

Vielleicht trägt sie die Erinnerung an eine Verbindung.

Oder vielleicht zeigt sie dir einen Teil deines eigenen Lebens, den du bisher nicht vollständig gelebt hast.

Meine Sehnsucht hatte einen Namen

Auch ich kannte lange diese Sehnsucht nach jemandem.

Mit 29 Jahren erfuhr ich, dass ich im Mutterleib nicht allein gewesen war. In meiner Plazenta war nach meiner Geburt ein sogenanntes Papierkind gefunden worden.

Durch meine eigene Seelenarbeit durfte ich später erkennen, dass ich als alleingeborener Fünfling auf diese Welt gekommen bin.

Lyra, meine eineiige Zwillingsschwester, war bis zur 20. Schwangerschaftswoche bei mir. Jonathan bis zur fünften Woche. Agatha eine Woche. Heinrich einen Tag.

Damit bekam meine Sehnsucht einen Zusammenhang.

Ich hatte nicht einfach grundlos nach einer tiefen Verbindung gesucht. In meiner eigenen Wahrnehmung führte diese Suche zurück zu den Seelen, mit denen mein Leben begonnen hatte.

Diese Erfahrung ist meine Geschichte.

Sie ist keine Erklärung, die ich auf andere Frauen übertrage.

Gerade weil ich erlebt habe, wie tief eine solche Erinnerung reichen kann, ist es mir wichtig, jeder Seele ihre eigene Wahrnehmung zu lassen.

Mehr über mich und meine Geschichte als alleingeborener Fünfling

Was sich in einer Rückführung zeigen kann

In einer Rückführung in die pränatale Zeit musst du nicht wissen, wonach oder nach wem du suchst.

Du musst auch nicht vermuten, dass du einen Zwilling oder Mehrling verloren hast.

Wir folgen nicht einer fertigen Erklärung.

Wir folgen deinem Körper, deinem Herzen und deiner Seele.

Dabei können Gefühle, Körperempfindungen, innere Bilder, Bewegungen, Worte oder ein stilles Wissen auftauchen. Vielleicht führt deine Reise in den Mutterleib. Vielleicht zeigt sich eine frühe Verbindung. Vielleicht geht es um deinen eigenen Platz, die Verbindung zu deiner Mutter oder deinen Weg ins Leben.

Vielleicht zeigt sich etwas, mit dem du nicht gerechnet hast.

Und vielleicht braucht deine Sehnsucht nicht sofort eine eindeutige Antwort.

Ich gebe dir nicht vor, was du wahrnehmen sollst. Ich begleite dich durch das, was aus deiner eigenen Erfahrung heraus sichtbar wird.

Pränatale Erfahrungen – deine Geschichte beginnt vor deiner Geburt

Deine Sehnsucht darf eine Tür sein

Vielleicht ist deine Sehnsucht nicht das Problem, das du lösen musst.

Vielleicht ist sie eine Tür.

Nicht jede Tür führt an denselben Ort. Nicht jede Frau findet dahinter einen verlorenen Zwilling, einen Mehrling oder eine pränatale Erfahrung.

Doch jede Frau darf ihrer eigenen Wahrnehmung begegnen.

Du musst deine Sehnsucht nicht länger kleinreden, nur weil du sie nicht erklären kannst. Du musst auch nicht sofort eine Geschichte daraus machen.

Du darfst anerkennen:

Da ist etwas.

Etwas in mir sucht.

Etwas in mir erinnert sich vielleicht.

Etwas in mir möchte wahrgenommen werden.

Wenn du spürst, dass diese Sehnsucht tiefer liegt, kannst du meiner Arbeit in der „Seelenbegegnung“ oder im Erfahrungsraum „Geboren, um zu leben – warum du dich nach etwas oder jemandem sehnst“ begegnen.

Wenn du persönlich mit mir über eine Rückführung sprechen möchtest, kannst du eine 30-minütige Seelenzeit vereinbaren.

Meine SeelenRäume entdecken

Du bist nie alleine – deine Seele erinnert sich.

Ich sehe, fühle & spüre dich

Maren

Maren Ewald ist Seelenführerin, Podcasterin, Autorin und alleingeborener Fünfling. Sie begleitet Frauen in Rückführungen in die pränatale Zeit – online und in Oldenburg.

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